Kerwapredigt 2021

Hier finden Sie die gereimte Predigt von Pfr. Söder anlässlich des Kerwa-Gottesdienstes 2021:

Predigt zum Predigttext aus Lk 5,1-11: Der Fischzug des Petrus

 

Wieder einmal feiern wir, Kerwa hier im Garten

Auf das Fest beim Rathaus oben müssen wir noch warten

Mindestens ein weitres Jahr zieht sich das noch hin

Doch, wenn ich ganz ehrlich bin, ist das nicht nur schlimm

 

Denn hier können wir uns wieder unter Apfelbäumen

Mit dem Predigttext hinfort in die Bibel träumen

Mit dem Petrus und dem Boot fahren wir zu Wasser

Und erleben einen Fang, krass und noch viel krasser

 

Zu Beginn da waren sie ganz schön ohne Hoffnung

Doch wie immer hatten sie ihn nicht auf der Rechnung

Er, der Jesus, macht es so, wie er es stets tut

Und die Jünger, wissen wir, fangen plötzlich Mut

 

Wobei Jünger waren sie damals noch gar nicht

Erst der Fang eröffnet ihnen Jesu-Wunderlicht

Doch das Wunder führt dazu, dass man plötzlich merkt

Irgendwas in jedem Leben läuft aweng verkehrt

 

Petrus tut in jedem Fall diese Einsicht haben

Und er wehrt den Jesus ab, will kei´ Näh´ ned wagen

Jesus aber lässt nicht zu, dass der Einspruch gilt

Denn er plant mit diesen Fischern seine neue Welt

 

Eine neue Welt das klingt so schön und auch so gut

Nach Corona und nach all der wilden Antihaltungs-Wut

Denn ne Welt im Frieden haben, ja das hoffen wir

Immer wieder, grad zur Kerwa, Friedens-Pfeiff´ und Friedensbier.

 

Doch der Jesus, der guggt tiefer, der will nicht nur äußerlich

Diese Welt aweng verändern, nein er tut es ganz gründlich

Will mit Lieb und Frieden punkten, will die Gnade Gottes geb´n

Auf dass alle ham a Freude, auf dass alle ewig le´m

 

Dazu also dieses Wunder, dazu also all der Fisch

Steht er doch seit ew´gen Zeiten für den Glauben; der Ichthys.

Ichthys kommt von Jesus Christus, dem Sohn Gottes, Retter mein

Und ganz viele Fische also können nur was schönes sein.

 

Doch ein Petrus, das wär wenig, wenn nur er sich tut bekehr´n,

deshalb waren mit im Boote auch manch andre Fischer-Man

Und am Ende, wie sollts werden, waren es ein Dutzend gar,

nur die Frauenquote schwächelt, waren halt nur Männer da.

 

Doch wir wissen, wie moderne, dieser Jesus hat gewirkt,

hat Maria, hat auch Sünder, hat an jeden mitgeführt

auf dem Wege hin zum Leben, auf dem Wege hin zu Gott

Dass a Kreuz für ihn dazwischen - kam ist für uns keine Not.

 

Denn nur er und er alleine hat sich für uns hingegeb´n

Denn wir sollen, denn wir mögen, denn wir dürfen alle le´m

Und hier sind wir wieder fröhlich nach der Co- und Rona-Zeit

Von dem Virus und der Sünde fühlen wir uns gar befreit.

 

Allerdings, das sei gemahnet, gilt es eins ums andre klar

Keiner weiß, was morgen kommet, keiner kennt das neue Jahr.

So ein Virus, der ist lästig, so ne Sünde aber auch

Kann an jeden stets befallen, wie der Hunger unsern Bauch.

 

Für den Hunger aber gibt es –  Schäufala und an Salat

Für die Sünde aber gilt stets Gottes große Liebes-Gnad.

Doch der Rückfall, der ist immer sehr gefährlich, wie ihr wisst

Darum sag ichs einfach nochmal, dass ihr es ja nicht vergesst.

 

Und auch Jesus hat das g´redet, und auch Jesus hat es g´sacht,

und so kam es dass die Jünger alle liefen ihm nun nach.

Sie verließen ihre Boote, sie verließen ihr zu Haus

Und so zog´n sie motivieret mit dem Jesus weit hinaus

 

Denn er plante mit den zwölfen eine Reise durch das Land

Um zu reden um zu pred´gen von der Gottes Güte-Hand

„Menschenfischer sollt ihr werden“, ja so war der Jesusplan

Und das klappte, bis auf Judas, hin zum Schluss von Anfang an.

 

Doch auch wir, die wir hier sitzen, unter schönen Apfelbäum

Sind gerufen, ihm zu folgen, sollen nicht nur davon träum´n.

Tu es dort, wo du grad lebest, tu es dort, wo du grad bist

So hat auch der Luthers Martin es den Menschen vorgelest.

 

Vorgelesen muss es heißen, doch was tut man heute nicht

Alles für Aufmerksamkeiten, das ist immer eine List.

Auch der Jesus tat ja Wunder: große – und gar wunderlich

Damit alle Menschen sehen: hier ist Gott, hier ist´s göttlich

 

Neben Wundern konnt er aber auch ganz anders sein, ja bös´

Wenn er sah die Tempelwucher und den goldenen Erlös

Den die Händler dort im Tempel schufen, ohne Anstands-Ehr

Da ergrimmte dieser Jesus und sein Zorn war groß und schwer.

 

Tische wurden umgestoßen, Münzen flogen, alles schrie

Welch ein heillos Durcheinander hier und da ein offnes Knie

Wie komm ich jetzt z´ruck zur Kerwa? Wie komm ich nu wieder her?

Ach, man ahnt es, das ist alles, das ist alles: nur nicht schwer.

 

Tische fallen, Menschen gröhlen, alles ist ein bisschen wild

Ja so kann es schon mal gehen auf dem Kerwa-Feier-Bild

Doch das ist ein Teil des Lebens – und wir freu´n uns, dass es bald

Wohl dann wieder möglich wäre, dass die Freude laut erschallt

 

Aber lasst uns auch dann später nicht vergessen, was Gott will

Nämlich dass wir Menschenkinder immer mal auch halten still

Um von Gott die Lieb zu nehmen, um die Lieb auch zu verteil´n

Um im wilden schönen Leben immer auch mal zu verweil´n.

 

So halt wie die Jünger Jesu, dieses Dutzend Fischersleut´

So auch dürfen wir auf Erden tuen gestern, morgen, heut´

Von Gott reden, ihn bekennen in dem Alltag und im Fest

Ja so wäre es für uns Jünger wirklich nur das allerbest´.

 

Und so ende ich die Predigt von des Petrus Fischerszug

Hebe hoch in den Gedanken meinen schönen Kerwa-Krug

Allen eine schöne Kerwa, allen Leut samt allen Damen

Und ich schließe nun und sage: Amen.